Archiv zu ‘Ideenabstinenz’ Category

Die Post kommt (Runde1)

Dienstag, September 14th, 2010
Buntstifte in Reih und Glied

Bunt - Eigene Aufnahme

Ich bekomme ja gerne Post. Schöne Post. Aus Papier.  Leider ist mein Briefkasten aber meistens leer. Selbst die Rechnungen kommen heutzutage per Email. Und jetzt kommt es:
Ich bin mit diesem Wunsch ja nicht alleine. Wer freut sich nicht wenn zwischen den Rentenbescheiden, dem eigenen Foto -aufgenommen von einer städtischen Fotokamera- und der Speisekarte von Pizza- und Kebab-Ümit, der neben „original italienischer Pizza“ und „original mexikanischem Essen“ jetzt auch „original chinesische Speisen“ und Sushi anbietet, pardon… „Sushi“, eine persönliche Nachricht gefunden wird. Ein Brief auf echtem Papier, eine Postkarte, ein kurzer Gedanke eben. Also was tun?

Die Lösung ist schnell gefunden gewesen: Selber schreiben. Das macht genauso viel Spaß und erfreut einen anderen Menschen auf ganz besondere Weise. Gesagt, getan: Jetzt schreibe ich Postkarten. An Euch, an Dich, an wen auch immer. Auch hier ist es ganz einfach dabei zu sein. Du willst bedacht werden, Du freust Dich über eine Postkarte? Folgendes musst Du dafür machen: GAR NICHTS! Naja, fast gar nichts…

1.) Schreibe mir eine Twitter-DM mit Deiner Adresse (an @zollstocker)
2.) Warte auf die Postkarte
3.) Freu Dich!

Wenn ich Dir nicht folge reicht eine kurze Mention und ich werde das ändern. Du bist nicht bei Twitter? Dann schreibe mir eine Email (siehe Impressum) oder versuche es bei Facebook. Dabei hast Du keinerlei Verpflichtung. Ich erwarte keinerlei Gegenleistung. Du kannst Dich einfach nur freuen.
Natürlich kann ich nicht 342.533 Karten auf einmal versenden. Ich kann mir das auch nicht leisten. Daher werde ich in jeder Runde eine handvoll Karten versenden. Als kleines Bonbon wird in jeder Runde eine Fotokarte verschickt werden die ich selbst aufgenommen habe.

Die erste Runde endet heute am 14.09.2010 um 24 Uhr. Einige Personen haben sich bereits gemeldet, ein paar gehen aber wohl noch.

In diesem Sinne, gegen hungernde Briefkästen, D.

Natürlich verwende ich eure Adresse nur für diese Aktion. Sobald die Karte an euch rausgegangen ist, lösche ich die Adresse. Hierbei handelt es sich um eine freiwillige, spaßige Aktion, es besteht also kein Rechtsanspruch auf eine Karte. Aber so seid ihr ja nicht.

Korrekturlesen

Donnerstag, April 3rd, 2008

Also, wie man weiss, oder vielleicht auch nicht, hatte habe ich ja mal ins Auge gefasst ein Buch zu schreiben, also so vielleicht und unter Umstanden zu mindestens. Nun geht das ja nicht wirklich schnell voran. Aber ich habe gestern gelernt, dass es garnicht so falsch ist, solch ein Projekt mit Ruhe und mit Bedacht anzugehen. Sonst hat man ratzfatz ein Buch rausgebraucht, aber keiner hat sich die Druckfahnen mal genauer angeschaut und dann passiert sowas hier: Bücher kommen mit gravierenden Fehlern auf den Markt. Auch hier zu sehen:


Aber gut das es mich gibt. Wenn man das mal so sagen darf ;)

Liebesgedicht der anderen Art

Montag, Februar 25th, 2008

Auch früher mal geschrieben und jetzt wiederentdeckt.
Das ist Liebe! ;)

Lieber Leser, liebe Leserin,
der Einfachheit halber möchte ich vorweg nehmen:
Der folgende Text ist voller Selbstüberschätzung, übertriebener Selbstbeweihräucherung und verblendetem Lokalpatriotismus. Jawohl! Nicht jedermanns Sache? Wohl wahr. Wem das aber paßt, der ist herzlich eingeladen -mit einem zwinkernden Auge- zu verbleiben.

Etwas mehr als vier Jahre ist es nun her, daß mich das Schicksal, oder vor allem der Wunsch eines eigenen Lebens, aus dem elterlichen Haushalt in die garnicht ferne Stadt Köln verschlug. Auch ich war einst ein “Unwissender” der durchaus von der Qualität Kölns als abendliches Ausflugziel angetan, aber von dem Gefühl ein Kölner zu sein noch unberührt meine Kisten und Kartons in die Stadt am Rhein brachte. Doch während viel Wasser eben diesen runtergeflossen ist, hab ich die Seiten Kölns und der Kölner schätzen gelernt. Und das war so…

Die Stadt und die Veedel – Der Kampf um die Million
Mal ja – mal nein, saisonale Wechsel knabberte lange Jahre am Status der “Millionenstadt Köln” und böse Zungen sprechen immer wieder von Eingliederung weiterer Gemeinden um den Status zu festigen. Wie auch immer, die offizielle Zahl (Stand 31.12.04) besagt, daß es 1.022.627 Kölner und Kölnerinnen gibt, und Köln damit zu den vier Millionenstädten in Deutschland gehört – Missionsziel erreicht, der Kölner kann wieder ruhig schlafen! Doch weitaus mehr als um diesen Status, kämpft Köln um den Status “Weltstadt”.

Und auch hier ist der Erfolg nicht von der Hand zu weisen. Großveranstaltungen wie die Kölner Lichter oder der Kölner Karneval, das Ringfest und nicht zuletzt der CSD locken Jahr für Jahr mehr Menschen nach Köln, bei den diesjährigen Kölner Lichtern vor zwei Wochen waren es z.B. eine knappe Million Menschen – Rekord für Köln, Rekord für Deutschland. Eine ebenso große Zahl an Besuchern wird im August erwartet, wenn Köln die Jugend der Welt einlädt. Bis zu einer Million Pilger werden erwartet, wenn Papst Benedikt XVI. die Menschen am 18. August in Köln willkommen heißt. Ebenfalls einen Besucherrekord stellte die “KölnMesse” im vergangenen Jahr auf und etabliert sich immer mehr im internationalen Messegeschäft, was an den hochwertigen Messen erkennbar ist. Photokina, Internationale Möbelmesse IMM und Anuga sind nur einige der großen und wichtigen Messen, und wer wäre nicht gern Gast auf der ISM, der internationalen Süßwarenmesse?!

Das Kölsch – Ein Bier, und doch soviel mehr
“Du fragst [..] warum ich´s mag mein Bier aus Reagenzgläsern zu trinken, manchmal ohne abzuwinken…” – Wie sooft in Köln, ist das auch beim Kölsch so eine Sache, und zwar ein ganz Bestimmte. “Kölsch” darf sich nur der obergärige, hopfenbetonte Gerstensaft nennen, der in Köln und der “näheren Umgebung” gebraut wird. Das besagt die Kölsch-Konvention, welche die Kölsch-Brauer am 6. März 1986 unterschrieben haben. Demnach ist “Kölsch” nicht nur eine Brauart, sondern auch ein Herkunftsgebiet, ähnlich wie Champagner und Bordeaux. Die selbe Konvention besagt auch, daß Kölsch nur in “Stangen” ausgeschenkt werden darf. Und eben diese “Stangen” sorgen bei Neulingen und Gästen oft für verwunderte Fragen, ob es denn auch größere Gläser gäbe. Ich möchte an dieser Stelle unbedingt davon abraten diese Frage in einem Brauhaus zu stellen, das kann nur böse enden. Denn auch wenn der Kölner an sich ein friedfertiger Mensch ist, auf sein “National”getränk läßt er nichts kommen! Gäste sollten also lieber versuchen der Natur des Phänomens “Kölsch” auf die Spur zu kommen. Dazu kann ich wärmstens den “Kölner Brauhaus-Wanderweg” empfehlen, einem Stadtspaziergang, der von der Hans-Sion-Stiftung ins Leben gerufen wurde, und die Sehenswürdigkeiten der Kölner Altstadt mit Besuchen der bekanntesten und gemütlichsten Brau- und Bierhäuser verbindet.

Der kölsche Karneval
Wer kennt ihn nicht, den Kölner Karneval? Die fünfte Jahreszeit? Bitte nicht Verwechseln mit “Fasching”, auch wenn dies zufällig im gleichen Zeitraum liegt, ist tunlichst darauf zu achten: Der Kölner feiert Karneval, noch besser Fastelovend! Und das richtig. Wenn am 11. im 11. um 11 Uhr 11 auf dem Alter Markt die Session eröffnet wird beginnen turbulente Monate, in denen eine Sitzung die Nächste jagt und in der die ansässigen karnevalistischen Bands oft mehrere Auftritte an einem Tag haben. Im Frühjahr schließlich gipfelt das jecke Treiben dann im eigentlichen Straßenkarneval. Beginnend am Donnerstag, Weiberfastnacht wo um 11 Uhr 11 der Schlüssel der Stadt für die kommenden Tage an die Jecken übergeben wird. Es folgen vier Tage, in die auch der berühmte Rosenmontagszug fällt, und die mit der traditionellen Nubbelverbrennung – eine bildliche Beseitigung der Sünden der Vortage – enden. Es ist nicht möglich zu beschreiben wie es in diesen Tag zugeht, daher sollte sich jeder ein Bild davon machen kommen. Denn Karneval verstehen kann man am besten mittendrin.

Der Dom
Der Kölner Dom ist das Wahrzeichen Kölns, also DAS Wahrzeichen! Direkt an Rhein und am Hauptbahnhof gelegen begrüßt er ankommende Gäste. “Es ist als würde man direkt in den Dom fahren” sagt der ein oder andere Zuggast wenn er über die Hohenzollernbrücke einfährt.

Und die Kölner lieben ihren Dom, nicht wegzudenken ist er aus Vergangenheit und Gegenwart der Stadt. So bewegt wie das Kölner Leben ist, so bewegt war auch die Vergangenheit des Doms. Aus der einfachen Amtskirche wurde im Laufe der Zeit eine der bedeutendsten Wahlfahrtskirchen Europas. Seit auch die britischen Bomben 1943 dem Dom nicht zum Einsturz bringen konnten, wohl aber erheblichen Schaden anrichteten, wird immer weiter am Dom ausgebessert. Da ein Grossteil der Fassade aus Sandstein gefertigt ist, müssen ständig verwitterte Steine ersetzt werden. Doch Köln wäre nicht Köln wenn nicht auch dies zum Anlaß genommen würde, ein wenig Geschichte zu schreiben. So zeigen viele der neueren Domfiguren Szenen aus heutiger Zeit, durchaus auch ohne kirchlichen Hintergrund, zum Beispiel verewigte sich ein Steinmetz in dem er einen Fußballspieler in die Fassade das Doms einbrachte. Der Dom ist mit Sicherheit nicht die schönste Kirche, aber der Dom ist nunmal der Dom, und für den Kölner ist er ein Teil lebende Geschichte. Belächelt? Vielleicht. Besungen? Des öfteren. Beliebt? Aber hallo!!

Der Kölner an sich
Wie sieht er denn nun aus der typische Kölner, oder viel mehr: Was macht ihn aus?
Nun, an dieser Stelle möchte ich gerne meiner, wohl schon bekannten, Begeisterung für eine kleine, aber durchaus feine Kölner Acapella-Band, die Wise Guys, freien Lauf lassen:


“Du fragst warum ich scheinbar immer gute Laune habe,
Du fragst warum ich nie schnell renne, sondern lieber trabe.
Du fragst warum ich´s leichter finde einen Gang zurückzuschalten,
als Termine einzuhalten.”
“Du fragst warum ich manchmal viel erzähl und wenig sage.
Du fragst warum ich Samstags rot-und-weiße Sachen trage.
Und warum es mir leicht fällt auch mal über mich zu lachen,
Du fragst ziemlich viele Sachen…
Doch es gibt keinen tief´ren Sinn, es ist nur weil ich ein Kölner bin, nimm es einfach hin”

Und ich denke das ist es, was denn Kölner ausmacht: Er nimmt sich selbst nicht so ernst. Auch der Kölner weiß das nicht alles gut ist in Köln, aber er läßt sich davon nicht groß beeindrucken oder sich das Leben noch unnötig schwerer machen, denn es wird schon irgendwie klappen, “[...]solange nur der Dom steht”. Was soll er sich also ein zehntes Mal über eine verspätete Bahn ärgern, es ist doch unwahrscheinlich daß sie dadurch, wie von Geisterhand geleitet, plötzlich doch noch pünktlich kommt. Und auch noch soviel hupen ändert nichts am täglichen Verkehrschaos auf der Inneren Kanalstrasse (obwohl es immer wieder Auswärtige versuchen!). Also, zurücklehnen, Autoradio einschalten und einfach abwarten.

Und die gute Nachricht am Ende ist: Jeder kann ein Kölner werden! Denn Kölner zu sein, hat nichts mit dem Geburtsort zutun. Es ist ein Gefühl, eine Art Lebendweisheit. Und diese wird gerne an Zugezogene, die “Immis” wie sie der Kölner nennt, weitergegeben, wenn sie sich nicht eh von alleine einstellt, denn das hab ich gemerkt, kann schneller gehen als man denkt.

Mal eben so nebenher

Mittwoch, Februar 6th, 2008

In einer Werbepause gefunden.
Damals bei NEON eingestellt.
Jetzt hier:

Als im Februar 2003 die Raumfähre Columbia beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verunglückte kamen alle sieben Astronauten an Bord ums Leben, und das bemannte Raumfahrtprogramm der NASA wurde einmal mehr in Frage gestellt. Von veralteten Maschinen war die Rede und unzureichender Sicherheit.
Das Resultat war, daß die alten Damen der Raumfahrt, die Space Shuttles, erst einmal am Boden blieben und ordentlich überholt werden sollten. Kommissionen wurden gebildet, Fehlerquellen gesucht, Verbesserungen entwickelt und manch einer sah das Programm bereits als beendet an.

Jetzt, nach zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit sind 12 der 15 größten Sicherheitsprobleme behoben, wenn auch nur durch Modifikationen und Behelfslösungen, und das Schwesterschiff Discovery soll am Mittwoch, den 13.7., vom Weltraumhafen Cape Canaveral aus in Richtung ISS starten. Selbst im Vorfeld auftauchende Mängel scheinen diesen Start nicht mehr zu gefährden, so wie die am Dienstag aufgetretenen kleineren Schäden am Hitzeschild – eben solche Schäden gelten als Ursache der Columbia-Katasrophe – wurden in höchster Eile ausgebessert und nun stehen nach offiziellen Angaben alle Zeichen auf “GO”, solange das Wetter mitspielt.

Doch wofür das alles? Kritiker behaupten immer wieder gerne, die ganze Idee “Space Shuttle” wäre überholt, selbst die Raumfahrt an sich sollte, berücksichtigt man die Probleme unserer Welt, ruhen und das Geld in andere Projekte fließen. Sicher, in die Raumfahrtprogrammen von NASA und ESA werden Unsummen an Geld investiert, ob bemannt oder unbemannt, aber wie ist es mit den Erkenntnissen die wir daraus gewinnen können? Überwiegen diese nicht, kann man deren Wert überhaupt vergleichen?
Die Projekte der Raumfahrt, sind solche mit unglaublichen Missionszielen und unvorstellbaren Zahlen, die eigentlich direkt aus einem Roman von Jules Verne entsprungen sein könnten. Da werden Kometen in 134 Millionen Kilometern Entfernung mit “Projektilen” beschossen um kosmischen Staub zu untersuchen, Missionen zu fremden Planeten unternommen, und gerade vor ein paar Wochen hat die Raumsonde Voyager 1 die Grenzen unseres Sonnensystems erreicht und befindet sich jetzt in ca. 14 Milliarden Kilometern Entfernung zu unserer Sonne. Kein anderes von Menschen gebautes Objekt ist je weiter entfernt gewesen. Und auch die bemannten Missionen der NASA sind mehr als nur ein Prestige-Objekt der USA, bedenkt man das gemeinschaftliche Projekte wie die ISS oder das Hubble-Teleskop maßgeblich von den Space Shuttles abhängen.

So bleibt bei mir am Ende der Gedanke, daß die Raumfahrt ein gutes Beispiel dafür ist, daß Menschen Grenzen durchbrechen können, seien es nun technische Grenzen oder Grenzen zwischen den Menschen. Viele der Projekte sind internationale Kooperationen und die gewonnenen Erkenntnisse werden allen Menschen Einblick in das All und vielleicht auch die Entstehung des Lebens ermöglichen. Und dann eines Tages vielleicht wird es irgendwo eine berechtigte Hoffnung geben, das wir uns nicht gegenseitig in die Luft jagen, sondern unsere Einzigartigkeit erkennen und diese respektieren lernen. Raumfahrer berichten nach ihrer Rückkehr häufig davon, daß der Anblick der Erde aus dem All, ihre Einstellung zum Leben radikal geändert hätte. Wissenschaftler nennen dies den distanzierten Blick der Erkenntnis”, einem gemischten Gefühl aus eben dieser Einzigartigkeit des Lebens auf der Erde und der absoluten Unbedeutung “irdischer Probleme”. Ist es nicht ein wenig davon, was wir alle brauchen?

Eine verklärte und romantische Haltung, die arg nach Star Trek und ähnlichem klingt? Vielleicht, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen …

Original “veröffentlicht” am 14.07.2005