Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter

Gestern war es endlich soweit: Nach monatelanger, danieleanischer Vorfreude lud das DLR zum Tag der Luft- und Raumfahrt nach Köln Porz-Wahn. Wie ein kleiner Junge erfreut, machte ich mich in Begleitung auf, um zu sehen ob ich mich nicht irgendwo ganz schnell als Astronaut bewerben könne. (Um die Spannung nicht unerträglich werden zu lassen: Nein, konnte ich nicht. Schade. Aber für jemanden dem auf einer Schaukel schlecht wird, ist das Weltall wohl auch nicht der beste Ort.)

Als Ort wurde groß “Köln” plakatiert. Dies hatte sich recht schnell relativiert, nachdem man sich die Anfahrt anschaute. Glücklicherweise stellten die Veranstalter ab dem S-Bahnhof (Space)Shuttlebusse zur Verfügung, so musste man sich eigentlich um gar nichts kümmern. Und man konnte sich die Energie sparen, um das wirklich riesige Gelände von DLR und ESA abzugehen. Dieses erinnert mehr an eine kleine Stadt oder einen dieser Hollywood-Armee-Stützpunkte auf denen Geheimwaffen gegen Roboter/Asteroiden/Zombies entwickelt werden. In Porz sei dies nicht Fall, sagte man mir.

Fürs Auge wurde sehr viel geboten und das ganze völlig ohne Geld für den Eintritt auszugeben. Die Euros konnte man dann gleich auch viel besser in einen der vielen Pizza-, Wurst- und Crepesstände investieren, die die wissenschaftlichen Stände flankierten. Oder man zahlte schlappe 40€ für einen 6min Rundflug mit einem Hubschrauber. Ansonsten gab es interessante Vorträge, Interviews mit Forschern und sogar Astronauten (Alexander Gerst erfuhr hier erst von seiner Nominierung zur ISS zu fliegen!) sowie kleine Ausstellungen zu vielen (außer)irdischen Themen. Außerdem konnten viele Gebäude samt technischer Aufbauten besichtigt werden. Das war dann fast so wie echtes Forschen. Oder bei echtem Forschen zusehen und in seine Bratwurst beißen. Die Highlights waren aber sicher die fliegenden Gäste, die “ganz hinten” auf dem Gelände, knapp 3 km vom Tor entfernt, aufgestellt waren. Hubschrauber und Düsenjets der Luftwaffe, einer der berühmten “Kotzbomber”, eine umgebaute Personenmaschine die in Parabelflügen kurzzeitig Zero-G, also Schwerelosigkeit, erzeugen kann. Was eigentlich nur heißt, dass das Flugzeug um einem rum genauso schnell fällt wie man selbst, aber pssst. Aber die Attraktionen schlechthin waren: Die fliegende Sternwarte Sofia, so wie ein Airbus A380.

 

Ein Airbus A380 in Porz-Wahn

Betet mich an, ich bin riesig!

Leider waren die Sicherheitsleute mit dem Ansturm vollkommen überfordert. Um auch nur in die Nähe der beiden Stargäste zu kommen, musste man durch eine Sicherheitskontrolle. Die Schlange davor war schnell so lang, dass die Wartezeit weit über 3h betragen hätte. So konnte auch ich den Riesenflieger nur aus der Ferne beobachten. Dass das Ding gigantisch groß ist konnte man aber auch so erkennen. Meine Bilder des Tages kann man sich hier anschauen.

Das Fazit das Tages: Es was eine tolle Veranstaltung, die auch durch das angenehme Wetter, 100.000 Gäste anlocken konnte. Erstaunlich war wie viele Kinder mit ihren Eltern hergekommen waren. Angelockt durch ein gutes Kinderprogramm, aber offensichtlich auch durch das kindliche Interesse vieler kleiner Nachwuchsforscher. Vielleicht steht es also doch gar nicht so schlecht um den Nachwuchs in Deutschland. Jetzt muss nur die Bildungspolitik mitziehen.

In diesem Sinne, ad astera, D.

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